Autor: expondo expert

Einen Pool selber bauen – in wenigen Schritten

Sommerzeit ist Badezeit! Oder schwitzen Sie gerne? Nun, wir auch nicht. Sobald die Temperaturen im Sommer steigen, sind wir für jede Abkühlung dankbar. Wer auf den Besuch im überfüllten Schwimmbad verzichten möchte, baut sich den Pool in den eigenen Garten. Aber geht das überhaupt? Wir verraten Ihnen, was zu tun ist, wenn wie Sie Ihren Pool selber bauen möchten.

Pool bauen lassen oder selber bauen?

Bevor Sie sich blindlings in den Baumarkt aufmachen, sollten Sie Ihre Möglichkeiten abwägen. Möchten Sie Ihren Pool wirklich selber bauen oder von Profis bauen lassen? Was kosten beide Varianten?

Variante 1: Pool bauen lassen

Der endgültige Preis für einen professionell gebauten Pool hängt stark von der gewünschten Größe und Form ab. Für ein großes Becken mit den Maßen 6,5 m x 3,8 m x 1,5 m zahlen Sie durchschnittlich zirka 12.000 €. Je nach Baustoff und Sonderwünschen sind nach oben kaum Grenzen gesetzt. Kleinere Becken mit einem Durchmesser von 4,5 m schlagen mit rund 4.500 € zu Buche. Der große Vorteil, wenn Sie den Pool bauen lassen? Sie sparen Zeit und Arbeit.

Variante 2: Swimmingpool selber bauen

Auch hier hängen die Kosten von der jeweiligen Form und dem Baustoff ab. Wenn Sie Ihren Pool selber bauen, sparen Sie mitunter eine Menge Geld und bleiben bei der Gestaltung flexibel. Doch das verlangt viel Eigenleistung und hohes handwerkliches Geschick. Zudem kommen zu den Materialkosten noch die Kosten für Arbeitsgeräte wie Mini-Bagger oder Zementmischer. Weiter unten sehen wir uns den Poolbau deshalb etwas genauer an.

Variante 3: Fertigpool bauen

Ein Mittelweg sind Aufstellbecken, wie aufblasbare Outdoor-Whirlpools oder moderne Stecksysteme und Fertigbausets, die Sie nur noch zusammensetzen. Stahlwandbecken gibt es bereits ab 500 €. Für eingelassene Pools sollten Sie mit rund 2.000 € rechnen. Der Vorteil: Wenn Sie auf diese Weise einen Pool selber bauen, gleichen Sie einen Teil der Kosten mit eigener Arbeit aus. Die Grundbausteine sind hier genau aufeinander abgestimmt. Im Gegenzug lassen sich Sonderwünsche nur schwer verwirklichen.

Vor dem Poolbau: Welche Vorschriften gelten?

Darf man sich einfach einen Pool in den Garten bauen? Die Antwort lautet hier klar: „Ja“. In den meisten deutschen Bundesländern sind Pools bis 100 m³ sogar genehmigungsfrei. Tipp: Reichen Sie bei genehmigungsfreien Pools dennoch eine Baumeldung bei Ihrem Bauamt ein. Erst, wenn Sie noch eine Abdeckung zum Pool selber bauen oder bauen lassen, benötigen Sie eine Baugenehmigung – ebenso bei Schwimmbecken im Innenbereich.
Für Schwimmbecken, die mehr als 100 m³ fassen, benötigen Sie ebenfalls eine Genehmigung. Genaue Infos dazu finden Sie in Ihrem zuständigen Bauamt.

In der Schweiz sollten Sie in jedem Fall die Gemeinde informieren. Hier gilt: Je kleiner das Bauprojekt, desto einfacher das Verfahren. In den meisten Kantonen sind Schwimmbecken, die Sie nur zeitweise aufstellen oder Bauten bis zu 10 m² mit einer Tiefe von 1,5 m bewilligungsfrei. Für größere oder permanente Becken entscheidet der kantonale Gesetzgeber individuell.

In Österreich empfiehlt sich ebenfalls der Gang zum Bauamt, denn hier gibt es regional Unterschiede. So sind in Oberösterreich Pools bis 35 m² Fläche und 1,5 m Tiefe genehmigungsfrei, während in Niederösterreich ab 50 m³ eine Genehmigung nötig ist. Für Wien gelten noch einmal gesonderte Regeln.

Checkliste für Ihren Poolbau

Die Entscheidung ist gefallen: Sie möchten Ihren Pool selber bauen. Wie geht es nun weiter?

Eine Checkliste hilft, erste Fragen zu klären. Vorstellungen zum Standort, der Form, Art und Größe des Schwimmbeckens geben die Richtung für den kommenden Bau vor. Dann geht es ins Detail. Welches Material passt am besten und welche Extras aus welchem Material soll der Pool haben?

Typ: Standpool oder ebenerdiges Becken?

Günstig und temporär: Mit einem Schwimmbecken zum Aufstellen beginnt der Badespaß besonders schnell. Im Handel stehen Ihnen verschiedene Formen und Größen zur Wahl. Die Aufstellpools sind rasch montiert und je nach Modell auch wieder abgebaut. Die Variante empfiehlt sich, wenn Sie möglichst schnell einen Pool in den Garten bauen möchten.

Dauerhaft und individuell: Lassen Sie das Becken in den Boden ein, so erschaffen Sie permanent einen echten Hingucker. Hier haben Sie oft mehr Spielraum, was die Gestaltung angeht und machen das Becken zu einem Design-Element Ihres Gartens. Aber Achtung: Sind Kinder oder Tiere im Garten unterwegs, müssen Sie den Zugang zum Pool sichern, sodass niemand hineinfallen kann.

Ein Mix aus beidem ist ein halb eingelassener Pool. Der Vorteil: Die Wände erhalten in der Grube zusätzliche Stabilität. Dennoch bleiben Sie bei dieser Wahl flexibel in der Gestaltung, beispielweise, indem Sie das Plateau oder die Pooltreppe für Ihr Schwimmbecken selber bauen – auch beim Aufstellpool, den Sie in den Boden einlassen.

Standort: Wohin soll der Pool?

Nehmen Sie sich für die Antwort Zeit, denn neben dem Platz sind auch die Umgebung und der Untergrund entscheidend. Ein Wasser- und Stromanschluss sollten in der Nähe sein. Stehen Bäume und hohe Sträucher in unmittelbarer Nähe, fallen regelmäßig Blätter, Zweige oder Früchte ins Wasser. Lässt sich das nicht vermeiden, fischen Sie mit einem Kescher groben Schmutz aus dem Wasser. Wird der Pool nicht benutzt, hilft eine Plane. Moderne Aufrollvorrichtungen lassen sich durch eingebaute Teleskopstangen an verschiedene Poolgrößen anpassen und helfen beim Auf- und Abdecken des Schwimmbeckens. Ein Platz in der Sonne spart Energie und Kosten, denn das Wasser wärmt schneller auf.

Der Untergrund muss grundsätzlich fest und gerade sein. Bei den meisten festen Pools sorgen Betonplatten als Untergrund für eine glatte Fläche. Diese bereinigen alle Unebenheiten, wie Wurzeln oder Steine.

Material: Welches eignet sich am besten?

Einfache Aufstellbecken sind zumeist aus Kunststoff gefertigt. Kein Wunder, denn das Material lässt sich in jede erdenkliche Form gießen, ist günstig in der Herstellung und hat ein geringes Gewicht. Die Haltbarkeit und Stabilität sind hierbei begrenzt.
Etwas langlebiger, aber ebenso flexibel ist ein Pool mit Stahlwand. Der stabile Rahmen hält außerdem der Witterung besser stand und kann im Winter stehenbleiben.

Ein Pool aus Holz passt durch seinen natürlichen Look in jeden Garten. Das Material setzt rustikale Akzente und macht den Badebereich gemütlich. Zudem ist Holz ein nachhaltiger und leicht zu verarbeitender Rohstoff.

Bei einem Pool aus Beton setzen Sie auf Langlebigkeit. Bei richtiger Pflege haben Sie viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte Freude an Ihrem Becken. Doch das hat seinen Preis und ist mit hohem Aufwand verbunden.

In 4 Schritten einen Pool selber bauen

Sie benötigen neben Werkzeug und Arbeitsgeräten:

  • Schotter, Kies
  • Holz für die Verkleidung
  • Vlies und Poolfolie
  • Pooltechnik wie Skimmer, Filter, Schläuche, Reinigung. etc.

Wenn Sie sich einen Pool aus Holz selber bauen, benötigen Sie reichlich Erfahrung im Umgang mit dem Material sowie handwerkliches Geschick. Für das Schwimmbecken bedarf es zwar nicht zwingend eines aufwendigen Fundaments aus Beton, aber ganz ohne Unterbau geht es nicht.

Schritt 1: Unterboden sichern

Hier brauchen Sie eine Trennschicht zwischen dem Erdboden und dem Pool. Diese bewirkt, dass so wenig Feuchtigkeit wie möglich das Holz angreift. Grober Schotter und Kies eignen sich als Drainageschicht besonders gut. Sie sollte mindestens 10 cm stark sein. Plätten Sie die Schicht, entweder mit dem eigenen Körpergewicht oder maschinell mit einem Rüttler.

Schritt 2: Rahmen für den Pool bauen

Nun setzen Sie den Korpus zusammen. Arbeiten Sie penibel genau und messen Sie wiederholt nach. Sollte etwas nicht stimmen, unterbrechen Sie den Bau. Gehen Sie einen oder mehrere Bauschritte zurück und versuchen Sie es erneut. Nur so vermeiden Sie, dass sich der Fehler bis zum Ende durchzieht. Durch einen neuen Versuch stellen Sie sicher, dass am Ende alle Teile zusammenpassen und der Pool gleichmäßig und stabil ist.

Schritt 3: Pooltechnik einsetzen

Sobald der Korpus steht, kommen Anlagen wie Filter und Wasseranschlüsse hinzu. Wie lassen Sie Wasser ein und wie leeren Sie den Pool? Planen Sie mit Bedacht, um zu vermeiden, dass das Poolwasser unter das Fundament fließt oder stehendes Wasser in den Rohren im Winter gefriert. Tipp: Den Ab- und Zulauf müssen Sie nicht zwingend fest verbauen. Spezielle Poolschläuche aus Kunststoff, die Sie oberirdisch verlegen, eignen sich ebenso, um das Becken zu befüllen oder zu entleeren. Fertigbausets haben hier den Vorteil, dass die Technik bereits bestmöglich eingeplant und im Set integriert ist.

Schritt 4: Poolfolie auslegen

Dünne Schicht mit großer Wirkung: Bevor Sie den Pool mit der Folie auskleiden, verlegen Sie ein Vlies unter dem Korpus. Das Vlies reduziert Reibung an der Folie, die durch das hohe Gewicht des Wassers und der Badenden entsteht. Die zusätzliche Schicht verhindert Schäden durch Steinchen und andere spitze Gegenstände und verlängert die Lebensdauer Ihres Pools erheblich.

Sie werden merken, dass neue Poolfolie beim Verlegen etwas sperrig ist. Mit einer helfenden Hand geht die Arbeit leichter. Befestigen Sie die Folie sicher an der Holzverkleidung und legen Sie sie so faltenfrei wie möglich aus. Achten Sie darauf, die Folie dicht bis in die Ränder auszudehnen. Diese Schritte sind besonders aufwendig, doch die Arbeit lohnt sich. Denn bei guter Pflege haben Sie so viele Jahre Freude in Ihrem selbstgebauten Pool. Nun füllen Sie den Pool bis zur Hälfte mit Wasser und überprüfen noch einmal, ob die Folie gut an den Kanten sitzt.

In 4 Schritten einen Betonpool selber bauen

Sie benötigen neben Werkzeug und Arbeitsgeräten:

  • Schalungssteine, Bewehrungsstäbe
  • Spritzbeton, Putz
  • Poolfolie
  • Pooltechnik wie Skimmer, Filter, Schläuche, Reinigung. etc.

Wer sich lieber einen massiven Pool aus Beton selber bauen möchte, ist mit Schalungssteinen gut beraten. Diese lassen sich leicht verarbeiten und werden nach dem Setzen mit Beton gefüllt. Sie halten bei korrekter Verwendung und Pflege sogar Jahrzehnte.

Schritt 1: Grube ausheben

Stecken Sie zunächst die Poolmaße ab und fügen Sie an allen Seiten 20 – 30 cm hinzu. Das gibt Ihnen genug Spielraum für den Korpus sowie Leitungen und Rohre. Zum Abtragen der Erde eignen sich Mini-Bagger, die Sie vielerorts mieten können. Für einen Betonpool ist eine ebene Bodenplatte unbedingt notwendig. Auch wenn Sie Ihren Pool selber bauen – hier sollten Fachkräfte ran. Ist der Boden nicht perfekt glatt, spüren Sie später jede Unebenheit. Planen Sie ausreichend Zeit ein, damit der Beton abbinden kann. Je nach Betonsorte und Witterung ist die Bodenplatte nach 2 -3 Tagen begehbar und nach etwa einer Woche belastbar.

Schritt 2: Wände für den Pool mauern und verputzen

Mit den Schalungssteinen mauern Sie die Seitenwände in der gewünschten Höhe. Bewehrungsstäbe verstärken die Konstruktion. Platzieren Sie die nötigen Leitungen gleich mit. Anschließend befüllen Sie die Schalsteine mit Beton. Sobald der Beton ausgehärtet ist, verputzen Sie das Becken innen und außen mit Mörtel.

Schritt 3: Pooltechnik anbringen und Abraum füllen

Nun geht es um technische Details. Installieren Sie Filter, Pumpen, Skimmer und Co., um Ihr Schwimmbecken später bequem sauber zu halten. Auch zusätzliche Wünsche, wie LED-Leuchten, setzen Sie in diesem Schritt ein. Funktioniert alles? Dann füllen Sie den Raum rund um das Becken mit der zuvor abgetragenen Erde.

Schritt 4: Poolfolie auslegen

Fast geschafft! Entfernen Sie alle Steinchen, Erdreste und ähnlichen Schmutz aus dem Becken. Arbeiten Sie sauber, denn das erhöht den späteren Badespaß und die Lebensdauer Ihrer Folie. Befestigen Sie die Folie so glatt wie möglich an den Innenseiten des Beckens. Folienstöße und Kanten verbinden Sie luftdicht mit einem Heißluft-Schweißgerät. Tipp: Eine Alternative zur Poolfolie sind Fliesen. Kontaktieren Sie Fachleute, um diesen komplexen Arbeitsschritt zu übernehmen, auch wenn Sie den Rest des Pools selber bauen.

Machen Sie Ihren Pool zum Badeparadies

Jetzt ist Ihre Kreativität gefragt. Sobald das Schwimmbecken steht und die Pooltechnik läuft, ist es Zeit, die Umgebung zu gestalten.

  • Safety first: Jeder Pool braucht eine Treppe oder Leiter, um bequem ein- und auszusteigen. Am besten eignen sich Poolleitern aus Metall, weil sie stabil, in vielen Formen erhältlich und sehr langlebig sind. Achten Sie in jedem Fall auf eine stabile und rutschfeste Einstiegshilfe, die alle Badegäste gut bedienen können.
  • Auch der Spaß darf nicht zu kurz kommen. Wie wäre es mit einer Rutsche für die kleinen Wasserratten? Diese gibt es bereits für wenig Geld zum Aufblasen.
  • Einen echten Hingucker holen Sie sich mit einer Fontäne in den Pool. Hören Sie auch schon das sanfte Plätschern des Wasserspiels? Mit einer Schwalldusche verwandeln Sie Ihren Pool spielend in ein Spa, denn das herabstürzende Wasser massiert sanft Nacken und Schultern.

Hier sind Ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt: ob plätscherndes Naturparadies oder aufregender Wasserpark für die Kleinen. Mit dem passenden Poolbedarf zaubern Sie schnell eine Erlebnisoase in Ihren Garten – wahlweise jedes Jahr mit einem anderen Thema.