Autor: expondo expert

Eine Treppe selber bauen: So planen und bauen Sie richtig

Schön und robust soll sie sein. Am besten noch pflegeleicht, günstig und bequem. Wenn Sie eine Treppe selber bauen, sparen Sie mitunter viel Geld. Allerdings sollte das Bauprojekt Ihren Fähigkeiten entsprechen. Denn wer eine Treppe baut, muss vieles beachten. Lassen Sie uns deshalb mit einer einfachen Treppe beginnen. Wie? Das erfahren Sie in den folgenden Abschnitten.

Eine Treppe selber bauen: Geht das überhaupt?

Eine Treppe überwindet Höhenunterschiede. Deshalb ist Sicherheit beim Bau am wichtigsten – ob in der Wohnung, draußen im Garten oder am Hausaufgang. Eine Treppe muss außerdem starken Belastungen standhalten. Wir steigen häufig auf und ab, transportieren schwere Möbel oder setzen sie der Witterung aus.

Wer seine Treppe selbst bauen möchte, sollte im Holzbau und der Konstruktion von Treppen schon viel Erfahrung haben. Aufwendige Treppen, die viel Last tragen, überlassen Sie lieber Fachkundigen. Sie finden inzwischen auch moderne Bausatzlösungen, die es Heimwerkern vereinfachen, eine Treppe aus Holz selber zu bauen.
Ein paar Stufen die Terrasse hinauf oder eine Ausgleichstreppe, das sind jedoch machbare Projekte für DIY-Fans.

Kleine Treppenkunde: Diese Begriffe sollten Sie kennen

Wissen Sie, was eine Treppenwange ist? Nein? Dann ist diese kleine Einführung ein guter Einstieg, bevor Sie eine Treppe selber bauen. Das Thema ist sehr umfangreich. Doch eine Einarbeitung lohnt sich. So erkennen Sie, welche Teile bei der Planung besonders wichtig sind, und verstehen die Angaben der Fachleute besser. Machen Sie sich anhand dieser Grundvokabeln mit dem Treppenbau bekannt.

  • Der Treppenraum, oder auch das Treppenhaus, ist der für die Treppe vorgesehene Raum.
  • Eine Geschosstreppe verbindet zwei Etagen miteinander.
  • Eine Ausgleichstreppe verbindet in der Regel die Eingangsebene mit dem ersten Geschoss.
  • Die Lauflinie gibt an, welchen Weg Sie auf einer Treppe üblicherweise wählen.
  • Das Treppenpodest ist eine ebene Fläche am Ende oder Anfang der Treppe.
  • Als Treppenauge bezeichnet man den freien Raum im Zentrum einer Treppenanlage, also dort, wo Sie in einem Aufgang in untere und obere Etagen schauen.
  • Am Handlauf stützen Sie sich ab, wenn Sie Stufen auf- und absteigen.

Wichtige Begriffe, wenn Sie eine Holztreppe selber bauen:

  • Die Geschosshöhe beschreibt den Abstand zwischen den zu verbindenden Etagen.
  • Die oberste Stufe ist der Antritt, die unterste der Austritt einer Treppe.
  • Als Auftritt, auch Auftrittsbreite, bezeichnet man die Tiefe der Stufe. Sie misst mindestens eine Fußlänge, damit Sie die Treppe frontal statt seitlich steigen können.
  • Als Steigung beschreibt man die Höhe, die Sie von einer Stufe zur nächsten überwinden. Man misst sie senkrecht von einer Stufe zur nächsten.
  • Das Steigungsverhältnis ergibt sich aus der Steigung und dem Auftritt. Ein gutes Verhältnis sorgt für eine sichere und bequeme Treppe.
  • Als Treppenwange bezeichnet man die beiden Bretter an den Seiten einer Treppe. Die Wangen halten die Stufen.
  • Die Trittstufe ist der waagerechte Teil, auf dem Sie auftreten.
  • Die Setzstufe ist der lotrechte Stufenteil. Sie schließt den Raum unter der Trittstufe. Die Setzstufe findet sich an vielen, aber nicht an allen Treppen. Sie dient als wichtige Stütze für die Trittstufe und verhindert, dass diese sich nach unten biegt.

Vor dem Bau: Ihre Regeln für die Planung

Regeln für den Treppenbau? Ja, davon gibt es einige. Die wichtigsten finden Sie in der Norm DIN 18065. Der Norm zufolge müssen Treppen sicher begehbar sein, im Normalfall der täglichen Benutzung ebenso wie im Brandfall. Die Norm enthält dafür alle Mindest- und Höchstmaße. Es ist wichtig, diese Angaben zu kennen, bevor Sie Ihre Treppe bauen. Genau genommen handelt es sich hier nicht um eine gesetzlich bindende Vorschrift. Aber: Die DIN 18065 dient als Standard für die Maße von Gebäudetreppen. In den meisten Bundesländern ist Sie Teil der technischen Baubestimmungen. Die jeweilige Landesbauordnung ergänzt die DIN-Norm.

Folgende Angaben finden Sie für baurechtlich notwendige Treppen in Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohnungen und innerhalb von Wohnungen:

  • Die nutzbare Breite sollte mindestens 80 cm betragen, also die Fläche, die Sie tatsächlich zum Gehen nutzen.
  • Die Steigung sollte zwischen 14 cm und 20 cm liegen.
  • Der Auftritt muss zwischen 23 cm und 37 cm messen.
  • Für das Steigungsverhältnis planen Sie mit der Schrittmaßregel: 2 x Steigungshöhe + Auftritt = Schrittmaß. Ein Verhältnis zwischen 59 cm und 65 cm gilt als bequem und sicher.
  • An mindestens einer Seite ist ein griffsicherer Handlauf notwendig, in 85 – 110 cm Höhe. Übrigens: Die meisten Unfälle passieren am Treppenan- und -austritt. Deshalb sollte der Handlauf noch etwa 30 cm über die letzte Stufe hinausgehen.
  • Bei mehr als einem Meter Abstand zum Boden, muss ein 90 cm hohes Treppengeländer her – zu beiden Seiten.

Diese Maße sind nur ein Ausschnitt der Norm. Sie finden noch viele weitere Angaben, insbesondere wenn auch Kinder die Treppe nutzen. Orientieren Sie sich an diese Vorgaben, wenn Sie Ihre Wohn-, Garten- oder Außentreppe selber bauen. Dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Holztreppe selber bauen: Anleitung mit Planung, Berechnung, Werkzeuge

Ein paar Worte vorab: Der Treppenbau ist ein exaktes Handwerk. Wie stabil, langlebig und komfortabel die Konstruktion ist, basiert auf genauen Berechnungen. Und diese sollten Fachleute umsetzen. Hinzukommen die Forderungen des Bauamts. Wenn Sie sich dennoch an den Bau wagen möchten, bleiben Sie dran.

Welches Holz wählen Sie?

Ob Sie eine Innen- oder Außentreppe selber bauen – achten Sie auf qualitatives Holz. Schließlich soll das Bauwerk nicht nur schön, sondern auch funktionell sein und lange halten. Massivholz ist strapazierfähig und pflegeleicht. Zudem lässt es sich gut wieder aufarbeiten.

Das Holz von Laub- und Nadelbäumen eignet sich gleichermaßen für Treppen. Zu ihnen zählen die Kiefer, Lärche, Douglasie, Eiche, Ahorn, Esche und die Walnuss. Buche ist weniger geeignet, weil sich das Holz leicht verformt. Mit Rotbuche und Ahorn setzen Sie allerdings hübsche Akzente, zum Beispiel als Verzierung am Geländer. Kiefernholz eignet sich besonders für die Wangen. Lärche und Douglasie gelten als sehr strapazier- und tragfähiges Holz, während Nussbaumholz durch seine intensive dunkle Farbe begeistert. Steht Ihnen der Sinn eher nach einer attraktiven Maserung, empfiehlt sich Eschenholz.

Sie wollen sowohl eine hohe Traglast als auch einen speziellen Look? Dann greifen Sie zu furniertem Holz. Hierbei ist spezielles Holz mit einem natürlichen Furnier, also einer dünnen Schicht aus Schmuckholz, überzogen. Diese Planken sind formstabil und sehen hübsch aus. Beachten Sie allerdings, dass Sie diese Bretter nicht abschleifen können. Stattdessen lösen Sie das Furnier und erneuern es, um oberflächliche Schäden zu reparieren.

Schauen Sie auch nach Augen und anderen Makeln, die die Tragkraft der Planken beeinträchtigen. Hier gilt: Je weniger Makel, desto haltbarer ist die Treppe.

Auch die Feuchtigkeit spielt eine Rolle. Achten Sie auf gut getrocknetes Holz. Planken mit 8 – 12 % Feuchtigkeit eignen sich am besten. Zu feuchtes Holz verbiegt sich, zu trockenes Holz wird porös.

Schritt 1: planen und Maße berechnen

Zunächst berechnen Sie die Stufenanzahl für Ihre Treppe. Wie hoch soll Ihre Treppe sein? Teilen sie diese Zahl durch die Steigungshöhe. Als optimal gelten 18 cm. Damit Sie ohne Stolpern auf- und absteigen können, muss die Steigung bei allen Stufen gleich sein.

Nun möchten Sie bequem auf- und absteigen. Dafür benutzen Sie die oben erwähnte Bequemlichkeitsregel: 2 x Steigung (18 cm) + Auftritt. Für den Auftritt gelten 27 cm als optimal. Bei einem Ergebnis zwischen 59 – 65 cm ist die Treppe komfortabel. Passen Sie Ihre Werte entsprechend an, wenn Sie Ihre Treppe bauen. Die Lauflänge ergibt sich aus der Anzahl der Stufen, multipliziert mit der Auftrittsbreite.

Schritt 2: Maße übertragen und Holz sägen

Sobald Sie sich für eine Holzart entschieden und die Maße der Treppe errechnet haben, besorgen Sie ausreichend Material für die Treppenwangen, die Setzstufen, Trittstufen sowie für den Handlauf.

Mit einem Zimmermannswinkel übertragen Sie nun die Maße auf Ihre Holzbretter. Für beide Wangen gilt: Höhe der Stufe, dazu im rechten Winkel den Auftritt. Wählen Sie dafür eine Neigung zwischen 25° und 40° und zeichnen Sie diese zunächst an beiden Enden der Wangen parallel zueinander an. Auch die Stufen bereiten Sie für die Montage vor.

Lassen Sie sich mit der Berechnung ausreichend Zeit und prüfen lieber zweimal, bevor Sie sägen. Stimmt alles? Dann geht es ans Werk.

Diese Werkzeuge benötigen Sie:

  1. Kreissäge
  2. Handsäge
  3. Akkuschrauber
  4. Holzleim und Schrauben

Bei expondo finden Sie eine passende Säge für Ihr Bauprojekt.

Mit der Kreissäge übernehmen Sie die grobe Arbeit: das Ansägen der Stufeneinschnitte. Setzen Sie das Sägeblatt immer auf der gleichen Seite Ihrer Markierungen an. So sorgen Sie für akkurate, gleichmäßige Schnitte – bei beiden Wangen.

Mit einer Handsäge beenden Sie die Einschnitte, bis sich das Holzstück herauslöst. Das Stück verwenden Sie anschließend als Vorlage für die weiteren Einschnitte.

Schritt 3: Treppe zusammensetzen

Verbinden Sie die beiden Treppenwangen über eine Querplanke miteinander. Dazu markieren Sie auf der Planke die gewünschte Stufenbreite. Verschrauben Sie das Brett anhand der Markierungen mit den Stirnseiten der Treppenwangen. Das Brett stabilisiert nicht nur die Seitenteile Ihrer Holztreppe: Mit ihm verbinden Sie später die Treppe mit dem Podest.

Nun befestigen Sie die ersten Stufen. Beginnen Sie mit den Setzstufen, damit der Auftritt ästhetisch und durchgehend bleibt. Erst dann befestigen Sie die Trittstufen. Mit Leim und Schrauben sorgen Sie für einen sicheren Halt und weniger Geräusche beim späteren Treppensteigen.

Nun folgt das Geländer. Die Pfosten verschrauben Sie vertikal. Tipp: Vermeiden Sie horizontale Querstreben, damit Kinder das Geländer nicht als Klettergerüst nutzen.

Schritt 4: schleifen und lackieren

Abschließend kommt die Feinarbeit: das Holz schleifen und lackieren. Das lohnt sich besonders, wenn Sie eine Außentreppe selber bauen. Denn so schützen Sie Ihr Werk vor der Witterung. Aber auch innen zaubern Sie aus Ihrer einfachen Holztreppe mit dem letzten Schliff und einer schönen Farbe einen Hingucker. In jedem Fall reduzieren Sie die Verletzungsgefahr, wenn Sie Splitter, Grate und kleine Unebenheiten abschleifen.

Hinweis: Legen Sie vor der Arbeit Schutzkleidung wie Brille, Maske und Handschuhe an. Tragen Sie beim Schleifen unbedingt eine Maske, um den feinen Holzstaub nicht einzuatmen!

Schleifen Sie von niedriger Körnung zu hoher. Für glatte Flächen sind vor allem handliche, akkubetriebene Schwingschleifer geeignet. Für das Geländer und den Handlauf nutzen Sie am besten einen handlichen Exzenterschleifer. Für Ecken empfehlen sich Deltaschleifer.

Nach dem Schleifen lackieren Sie in der gewünschten Farbe. Um die Masse aufzutragen, empfehlen wir eine Rolle oder einen breiten Pinsel. Wichtig ist, dass Sie einen Treppenlack für Holz verwenden. Achten Sie auf eine gute Belüftung. Den Lack tragen Sie in zwei bis drei Schichten dünn auf. Folgen Sie den Herstellerangaben Ihres Lacks und lassen Sie die Schutzschicht wie dort angegeben ausreichend trocknen.