Autor: Arthur Schmidt von Happe

Welche Schweißgeräte gibt es und wofür verwende ich sie?

Wer mit Metall arbeiten will, kommt ab einem bestimmten Punkt nicht darum herum, sie zu schweißen. Dabei sind die Anwendungsgebiete so vielfältig wie die Metalle, die Sie verarbeiten wollen. Wer bei Schweißarbeiten in erster Linie an Gleisarbeiten oder schwere Stahlträger denkt, übersieht, dass es viele Gebrauchsgegenstände gibt, die aus Metall gefertigt werden. Ein Stuhl, der aus einem Stahlrahmen gefertigt ist oder auch Metallformen für Plätzchen benötigen zumindest kleine Arbeiten, die mit einem Schweißgerät durchgeführt werden müssen.

Wenn Sie etwas Schweißen wollen, benötigen Sie zunächst ein passendes Schweißgerät, das für Ihre Aufgaben geeignet ist. Bedenken Sie schon bei der Anschaffung, dass eine Grundausrüstung an Schutzkleidung vorhanden sein muss, bevor Sie mit dem Schweißen beginnen. Dabei kann im Prinzip jeder schweißen, solange er bestimmte Sicherheitsmaßnahmen berücksichtigt. Die Augen müssen vor extrem hellen Licht geschützt werden; der Körper und die Umgebung vor Funkenschlag und Schweißspritzern. Auch ist es grundsätzlich ratsam, in einem Kurs grundlegende Techniken des Schweißens zu erlernen und ein Gefühl für Metalle, Lichtbogen und Funkenschlag zu bekommen. Beim Schweißen wirken nicht unerheblich Kräfte, die beherrscht sein wollen. Aber zurück zum eigentlichen Thema: Welche Schweißgeräte gibt es?

E-Hand-Schweißen – unkompliziert auch im Freien schweißen

Weit verbreitet und vergleichsweise kostengünstig finden Sie Elektroden-Schweißgeräte auf dem Markt. Die Methode des Elektroden-Schweißens wird auch E-Hand Schweißen oder MMA-Schweißen genannt. Es ist aber immer dieselbe Art des Schweißens und dasselbe Schweißgerät gemeint, das Sie dafür benötigen. Wie es der Name schon andeutet, wird bei dieser Schweißmethode eine Elektrode verwendet, um Metalle zu verbinden. Dabei ist es wichtig, dass die Elektrode dem Metall, das Sie zusammenschweißen wollen, entspricht und einen ähnlichen Schmelzpunkt besitzt.

Ein großer Vorteil des E-Hand-Schweißens ist, dass Sie mit dieser Methode auch im Freien, selbst in windigen Umgebungen, schweißen können. Gewöhnlich benötigen Sie ein Schutzgas, beispielsweise beim MIG/MAG oder WIG-Schweißen. Beim MMA-Schweißen ist das Schutzgas hingegen schon in der Elektrode integriert, sodass es nicht verweht werden kann. Das hat darüber hinaus den Vorteil, dass Sie keine Gasflasche zum Schweißen benötigen. Dadurch sind die Geräte häufig sehr klein und können zum Teil auch über die Schulter hängend transportiert werden. Der Nachteil sind die nicht sehr feinen Schweißnähte, die in der Regel mehr Nacharbeit erfordern als bei Geräten mit Schutzgas. Auch ist die Elektrode schnell verbraucht und muss häufig während des Schweißens erneuert werden.

WIG-Schweißen – für jedes Metall die besten Parameter

Für professionelle Schweißarbeiten empfiehlt es sich, mit Schutzgas zu schweißen. Das WIG-Schweißen wäre eine geläufige Methode des Schutzgasschweißens, die hervorragende Ergebnisse erzielt. Geschweißt wird mit einem leistungsfähigen Schweißbrenner, der in der Regel per Hochfrequenz gezündet wird. Bei selbstschmelzenden Metallen reicht zum Schweißen die in der Schweißdüse integrierte Wolframelektrode aus, über die der Lichtbogen gezündet wird und selbst nur unwesentlich verbraucht wird. Bei Bedarf kann man für eine stärkere Schweißnaht noch eine zusätzliche Elektrode von außen heranführen.

Beim WIG-Schweißen können Sie einzelne Schweißparameter sehr genau aufeinander abstimmen, um optimale Schweißergebnisse zu erzielen. So können Sie den Anfangs- oder Endstrom bestimmen, die Gasvor- und Nachströmzeit einstellen oder die Pulsfrequenz auf genau das Metall, das Sie bearbeiten wollen, abstimmen. Grundsätzlich unterscheiden sich WIG-Schweißgeräte in der Anzahl der Parameter, die Sie einstellen können. Je mehr Werte sie bestimmen können, desto teurer ist das Gerät, doch umso genauer können Sie schweißen. Um alle Parameter optimal einstellen zu können, benötigen Sie etwas Übung und schließlich Erfahrung. Für Kupfer sind andere Werte entscheidend als für Stahl oder Edelstahl schweißen. Auch ist die Metallstärke beim Schweißen nicht zu vernachlässigen. Gerade bei dünnen Blechen können zu hohe Stromwerte mehr kaputt machen, als gute Ergebnisse erzielen. Moderne WIG-Schweißgeräte haben deshalb mittlerweile die Möglichkeit, bestimmte Werte digital zu speichern, die für ähnliche Aufgaben einfach abrufbar sind.

Für das WIG-Schweißen bieten einige Geräte DC (Gleichstrom) oder AC (Wechselstrom) an. Geräte, die auch Wechselstrom zum Schweißen nutzen, sind besonders gut geeignet, Aluminium zu Schweißen. Das ist in der Regel mit anderen Schweißgeräten, wie beispielsweise den schon erwähnten Elektroden-Schweißgeräten, nicht möglich.

MIG/MAG-Schweißen – präzise wie leistungsstark mit Draht schweißen

Lassen Sie sich nicht durch den „Doppelnamen“ MIG/MAG irritieren. Ob MIG oder MAG hängt nur vom Gas ab, das sie verwenden. Somit ist jedes MIG-Schweißgerät auch ein MAG-Schweißgerät, wenn Sie nur die Gasflasche wechseln. Für das MIG-Schweißen werden inerte Gase verwendet; für das MAG-Schweißen aktive Gase.

Beim MIG-Schweißen wird als Elektrode ein Draht genutzt. Deshalb sind MIG-Schweißgeräte mit einem Fach für eine Drahtspule und einem Drahtvorschub ausgestattet. Zum Schweißen können Sie dann am Gerät die Drahtgeschwindigkeit einstellen, mit der Sie schweißen wollen. Beim MIG/MAG-Schweißen können Sie besonders leistungsstark schweißen. Einige Gerätemodelle sind deshalb auch mit einer Wasserkühlung für den Schweißbrenner ausgestattet. Dadurch können Sie mit einem Schweißstrom von bis zu 400 A schweißen und entsprechend dicke Metalle miteinander verbinden.

MIG-Schweißgeräte verwenden häufig Transformatoren, um den Lichtbogen zum Schweißen zu erzeugen. Dadurch und durch ihre robuste Bauweise, sind sie in der Regel sehr schwer. Bei einigen Geräten sind deshalb schon Rollen für den Transport integriert. Sollte das nicht der Fall sein, empfiehlt es sich, das Gerät auf einem Schweißwagen zu transportieren.

FLUX-Schweißen – für kleinere Reparaturarbeiten ohne Schutzgas

Beim FLUX-Schweißen oder auch Fülldraht-Schweißen verwenden Sie ebenfalls einen Draht, benötigen aber kein Schutzgas, da er – wie beim Elektroden Schweißen – schon im Draht integriert ist. Neben speziellen FLUX-Schweißgeräten können Sie zum Fülldraht-Schweißen auch häufig MIG-Schweißgeräte nutzen. Sie müssen nur die Drahtspule austauschen und in der Regel die Polung dafür verändern. Natürlich können Sie in dem Fall auch die Gasflasche vom Gerät trennen.

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Plasmaschneiden – wenn Sie Metall trennen wollen

Wenn Sie Metall nicht nur miteinander verbinden, sondern auch trennen wollen, dann ist ein Plasmaschneider die erste Wahl. Hierbei wird mithilfe von Luftdruck ein Plasma-Lichtbogen mit sehr hoher Hitze gebildet, der in der Lage ist, selbst dicke Metalle zu trennen. Mehr Informationen finden Sie in unserem Artikel über das Plasmaschneiden.

Kombischweißgeräte – flexible Alleskönner für den täglichen Gebrauch

Schutzgasschweißgeräte bieten häufig die Möglichkeit, mit demselben Gerät die E-Hand-Schweißmethode zu nutzen. In dem Fall spricht man nicht von einem Kombischweißgerät. Diese Geräte bieten vielmehr die Möglichkeit zum Plasmascheiden oder sie kombinieren die Schutzgasfunktionen WIG-Schweißen und MIG/MAG-Schweißen in einem Gerät. Dadurch können Sie mit einem Schweißgerät auf jede Schweißsituation angemessen reagieren und auf die gängigsten Schweißmethoden MMA, WIG, MIG/MAG und FLUX zurückgreifen oder Ihr Schweißgerät mit einer Funktion zum Metallschneiden erweitern.