Autor: Arthur Schmidt von Happe

Mit welcher Schweißmethode kann ich Edelstahl schweißen?

Edelstahl ist eines der beliebtesten Metalle für die Gastronomie, aber auch in der Industrie oder im Handwerk wird dieses hochwertige Metall häufig verwendet. Neben der äußerst attraktiven Erscheinung aufgrund der glatten Oberfläche hat es weitere nützliche Eigenschaften, die es für viele Anwendungsbereiche besonders wertvoll macht. An erster Stelle ist dabei die Korrosionsbeständigkeit zu nennen, die gerade bei der Verarbeitung von Lebensmitteln von hervorzuhebender Bedeutung ist. Aber auch für Gegenstände, die Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, seien es Geländer oder Briefkästen, kommt diese Eigenschaft positiv zum Tragen. Deshalb stellt sich zunächst die Frage, wie Sie bei der Verarbeitung und speziell beim Schweißen vermeiden, dass die besonderen Eigenschaften des Edelstahls beeinträchtigt werden. Auf welche Schweißmethoden können Sie zurückgreifen und wie wirken sich diese auf die Qualität des Metalls aus?

Abgesehen von industriellen Schweißmethoden, die für das Schweißen von Edelstahl verwendet werden können, kann mit handwerklichen Schweißmethoden wie Elektroden Schweißen, WIG-Schweißen oder MIG-Schweißen Edelstahl geschweißt werden. Bei Schutzgasschweißverfahren sollte auf inerte Gase wie Argon oder Helium zurückgegriffen werden, da diese mit dem Metall am wenigsten reagieren. Beim Elektroden-Schweißen sollten man darauf achten, dass die Elektrode denselben oder zumindest einen ähnlichen Schmelzpunkt hat wie der Edelstahl, den man schweißen will. Darüber hinaus besitzen auch nur Edelstahl-Elektroden die positiven Eigenschaften wie Korrosionsbeständigkeit. Verwenden Sie andere Metalle in der Elektrode, können diese beliebten Merkmale verloren gehen und sogar die Edelstahlflächen um die Schweißnaht herum angreifen.

Edelstahl Schweißen mit einem Elektrodenschweißgerät

Elektrodenschweißen ist eine der beliebtesten da am wenigsten aufwendigen Schweißmethoden, die auch von Laien relativ schnell erlernt werden kann. Beim E-Hand-Schweißen wird mit einer Elektrode geschweißt, die nach dem Zünden des Lichtbogens langsam abschmilzt und das Schweißbad bildet, das zwei Werkstücke miteinander verbindet. Die Elektrode, beim Schweißen von Edelstahl sollte es eine entsprechende Edelstahlelektrode sein, enthält neben der Metalllegierung Schutzgas, das die Schweißnaht vor Oxidation schützt. Beim Elektroden Schweißen entsteht dabei gleichzeitig eine Schlackeschicht, die positiv formuliert ebenfalls einen schützenden Effekt für die Schweißnaht hat, aber nach dem Schweißen entfernt werden muss. Das bedeutet deutlich mehr Nacharbeit als bei anderen Schweißmethoden. Auch kann die Ausführung des Schweißens nur eingeschränkt überprüft werden, da die Schweißnaht erst nach Entfernen der Schlacke beurteilt werden kann.

Wollen Sie Edelstahl im Freien schweißen, beispielsweise bei der Reparatur eines Geländers, dann hat das Schweißen mit einer Edelstahlelektrode einen deutlichen Vorteil. Da Sie kein Schutzgas benötigen, ist diese Art des Schweißens unempfindlich gegen Umwelteinflüsse wie Wind, der beim Schutzgasschweißen das schützende Gas verwehen könnte. Dennoch ist das Schweißen mit Schutzgas, was die Qualität der Schweißnaht betrifft, immer die bessere Wahl.

Edelstahlschweißen mit Schutzgas

Um den Charakter des Edelstahls beim Schweißen zu erhalten, sollten Sie auf Schutzgas Schweißverfahren zurückgreifen. Prinzipiell können Sie als Schutzgas inerte oder aktive Gase verwenden, wobei inerte Gase den deutlichen Vorteil besitzen, dass sie weniger bis gar nicht mit der umgebenen Luft reagieren und dadurch das Metall selbst optimal vor Korrosion schützen. Edelstahl gilt als nicht rostendes Metall, doch kann es diese Eigenschaft verlieren, wenn es mit rostenden Materialien in Berührung kommt oder bei der Verarbeitung nicht vor Korrosion geschützt wird. Würden Sie zum Schweißen, wie beim MAG-Schweißen, aktives Gas verwenden, dann könnte es genau zu diesem Effekt kommen. Der Edelstahl verliert seine vielleicht wertvollste Qualität und beginnt zu rosten.

Das ist der Grund, warum man auf jeden Fall auf inerte Gase zurückgreifen sollte, wie es beim MIG-Schweißen und WIG-Schweißen der Fall ist. Mit beiden Schweißmethoden erzielen Sie bessere Schweißnähte und schonen den Edelstahl während der Bearbeitung. Aber es gibt auch deutliche Unterschiede, die beide Schweißmethoden voneinander unterscheiden.

MIG-Schweißen von Edelstahl

Für das MIG-Schweißen wird als Schutzgas in ersten Linie Argon verwendet. Um die Wärmezufuhr zu erhöhen, kann auch eine Mischung mit einem geringen Kohlendioxidanteil verwendet werden, das ist aber für das Schweißen von Edelstahl nicht zu empfehlen. Für ein gutes Schweißergebnis sollte auf jeden Fall ein hochwertiger Schweißdraht aus einer ähnlichen Edelstahllegierung, wie der des zu schweißenden Edelstahls, verwendet werden.

Die MIG-Schweißmethode hat den Vorteil gegenüber dem WIG-Schweißen, dass man mit ihr sehr schnell und relativ einfach schweißen kann. Da der Schweißdraht für die Schweißnaht direkt aus dem Schweißbrenner kommt, kann nur mit einer Hand geschweißt werden, was die Handhabung deutlich erleichtert. Auch können mit einem MIG-Schweißgerät längere Wegstrecken als mit anderen Schweißmethoden geschweißt werden. Darüber hinaus ist die höhere Geschwindigkeit im Gegensatz zum WIG-Schweißen bei umfangreicheren Projekten wie einem Geländer oder ähnlichem nicht zu unterschätzen.

Der Nahtaufbau ist beim MIG-Schweißen dagegen eher recht hoch, sodass die Schweißnaht gerade auf einer glänzenden Edelstahloberfläche nicht besonders schön aussieht. Ein weiterer Nachteil ist eine relativ hohe Wärmezufuhr, die den Edelstahl leichter verziehen und dadurch beschädigen kann. In der Regel ist die MIG-Schweißmethode auch mit vielen Schweißspritzern verbunden, die die Oberfläche beeinträchtigen und im Zweifelsfall nachbearbeitet werden muss. Um dieses Manko zu verringern, gibt es mittlerweile MIG-Schweißgeräte, die mit einer Pulsfunktion ausgestattet sind. Diese verringert die Bildung von Spritzern erheblich, sodass bessere Schweißergebnisse auch beim Edelstahlschweißen erreicht werden können.

Edelstahl schweißen mit der WIG-Schweißmethode

Beim WIG-Schweißen, dem Wolfram-Inertgas-Schweißen, steckt das inerte Gas schon im Namen, das die Grundlage für optimales Schutzgasschweißen von Edelstahl bildet. In der Regel wird der Lichtbogen bei der WIG-Schweißmethode über die Hochfrequenzzündung aktiviert und bildet sich unter der Wolframelektrode, die nicht weiter abschmelzt. Dabei bildet sich ein dünnes Schweißbad, das für eine festere Schweißnaht erweitert werden kann, wenn Sie von außen eine abschmelzende Elektrode heranführen. Beim Schweißen von Edelstahl sollte diese ebenfalls aus dem gleichen Material bestehen. Insgesamt wird aber ein deutlich schmäleres Schweißbad gebildet als beim MIG-Schweißen, wodurch wesentlich flachere Schweißnähte entstehen, die kaum Nacharbeit benötigen.

Weitere Vorteile der WIG-Schweißmethode sind, dass sie so gut wie keine Spritzer erzeugt und einen geringeren Wärmeverzug provoziert. Dadurch wird im besonderen Maß die hochwertige Oberfläche des Edelstahls geschont. Auch wenn sich die Ergebnisse sehen lassen können, ist das WIG-Schweißen sehr langsam. Die Zeit, die Sie dabei durch die geringere Nacharbeit sparen, geht dadurch mehr als verloren. Und das von außen Heranführen der Elektrode gibt Ihnen zwar maximale Kontrolle beim Schweißen, benötigt aber auch viel Übung, um es perfekt ausführen zu können. Aber diesen scheinbaren Nachteil kann man auch als Herausforderung sehen, um höchste Qualität sicher zu stellen.

Jede Schweißmethode birgt Vorteile in sich, die Sie nutzen können

Edelstahl können Sie mit unterschiedlichen Schweißverfahren schweißen, wobei eine Schweißmethode mit Schutzgas prinzipiell die besseren Schweißergebnisse erzielt. Damit die Schweißnaht und das Metall, das Sie schweißen wollen, vor Korrosion geschützt bleiben, sollten Sie ein inertes Gas wie Argon oder Helium verwenden. Das Schweißen mit einer Elektrode oder mit Fülldraht ist prinzipiell auch möglich, ist aber nur in Umgebungen sinnvoll, in denen Sie nicht auf ein Schutzgasschweißverfahren zurückgreifen können, beispielsweise auf einer Baustelle, die offen und windig ist. Der Nachteil bleibt aber immer der deutlich größere Aufwand bei der Nacharbeit und letztlich die geringere Qualität der Schweißnaht.

Ein einfaches und effektives Schutzgasschweißverfahren wäre zunächst das MIG-Schweißen. Als abschmelzende Elektrode wird ein Draht verwendet, den Sie an den Edelstahl, den Sie schweißen wollen, anpassen können. Da die Drahtzufuhr in den MIG-Brenner integriert ist, können Sie bequem mit einer Hand schweißen und genießen dadurch eine sehr hohe Bewegungsfreiheit. Auch ist die Schweißgeschwindigkeit mit etwas Übung relativ schnell und Sie können auch größere Edelstahlobjekte damit schweißen. Der eindeutigste Nachteil ist der relativ große Nahtaufbau und häufig eine erhöhte Wärmezufuhr, die das Edelmetall verziehen kann. Beides mindert die Qualität des Endergebnisses oder erfordert mehr Nacharbeit.

Qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielen Sie beim Schweißen von Edelstahl mit der WIG-Schweißmethode. Das Schutzgasschweißverfahren erzeugt die geringsten Schweißbäder und Sie können die Schweißnaht nach Bedarf mit einer externen Elektrode erweitern. Auch können Schweißparameter wie der Schweißstrom, die Gasnachströmzeit oder die Pulsfrequenz beim WIG-Schweißen individuell auf das Metall abgestimmt werden, also auch auf unterschiedliche Edelstähle. Dieses punktgenaue Schweißen ist selbst für dünne Edelstahlbleche geeignet, nur erfordern all diese Möglichkeiten eine wichtige Zutat: viel Übung und reichlich Erfahrung.