Autor: Arthur Schmidt von Happe

Mit dieser Ausrüstung schweißen Sie sicher!

Wie bei allen Arbeiten an der Werkbank oder auf dem Bau gilt auch beim Schweißen: Safety First! Dafür steht Ihnen umfangreiche Schutzkleidung zur Verfügung, die Sie der Arbeitssituation entsprechend einsetzen können. Eine besondere Anforderung stellt beim Schweißen die starke Hitzeentwicklung dar, die – kombiniert mit Funkenschlag und extrem grellen Schweißlicht – grundsätzlich beim Schweißen entsteht. In dieser Situation können Sie sich mit relativ einfachen Mitteln optimal schützen. Wir wollen Ihnen deshalb Schutzmaßnahmen vorstellten, die Sie bei allen Schweißarbeiten beachten sollten. 

Schweißhelm – unverzichtbar für jede Schweißmethode 

Ganz gleich, ob Sie Elektroden Schweißen, MIG-/MAG- oder WIG-Schweißen durchführen wollen, der Lichtbogen, der bei jeder Schweißmethode erzeugt wird, ist zu grell, um ihm ohne ausreichenden Schutz standzuhalten. Es drohen ernsthafte gesundheitliche Beeinträchtigungen der Augen, sodass Sie auf keinen Fall ohne Schweißhelm oder einer Schweißmaske schweißen sollten. Selbst Mitarbeiter, die Ihnen zur Hand gehen, sollten besser einen Schweißhelm aufsetzen oder sich mit einer Schweißermaske während der Arbeit schützen. Beachten Sie auch, dass eine Schweißermaske beim Schweißen gehalten werden muss. Dadurch wird Ihre Bewegungsfreiheit deutlich eingeschränkt und das Halten kann auf Dauer sehr ermüdend sein. Deshalb sollte ein Schweißhelm für professionelle Schweißarbeiten immer die erste Wahl sein. Dabei ist der Sichtschutz des Schweißhelms entscheidend. 

Umfangreiche Schutzwirkungen machen einen guten Schweißhelm aus 

Der Schweißhelm sollte mit seinen Schutzfunktionen gängigen Schutznormen entsprechen. Dabei sollte ein Lichtschutz von DIN 9 bis 13 vorhanden sein, der Lichtstand sollte bei DIN 4 liegen. Die Reaktionszeit des Lichtschutzes sollte nicht langsamer als 1/25.000 s sein, damit das Sichtfeld schnell genug abdunkelt wird, nachdem der Lichtbogen gezündet ist. Nur so sind Ihre Augen optimal vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen geschützt. Wenn Sie den Schweißvorgang unterbrechen, hellt sich das Sichtfeld mit einer leichten Verzögerung von 0,25 bis 0,8 s wieder auf. Ihre Augen haben somit etwas mehr Zeit, sich an die neue Lichtsituation zu gewöhnen. Der reibungslose Wechsel zwischen Abdunkeln und Aufhellen ermöglicht ein sicheres wie genaues Schweißen. Weitere Parameter, auf die Sie beim Schweißhelm achten sollten, sind die optische Klasse, Schutz vor Streulicht, die Homogenität sowie die Blickwinkelabhängigkeit des Schutzfilters. Sind die Werte für diese Anforderungen bei 1 oder mindestens 2, dann können Sie den Schweißhelm getrost verwenden. 

Sicher Arbeiten mit einem Schweißhelm 

Um präzise Schweißergebnisse erzielen zu können, müssen Sie Ihre Augen so nah wie möglich an die Schweißnaht heranführen, damit Sie Ihre Arbeit jederzeit kontrollieren können. Deshalb schützt der Schweißhelm nicht nur vor den extremen Lichtverhältnissen, sondern auch vor Schweißspritzern, die sonst Verbrennungen im Gesicht verursachen könnten. Als zusätzlichen Schutz können Sie darüber hinaus auf eine Schweißerhaube zurückgreifen, die Nacken und Halspartien effektiv abdeckt. Sie wird einfach unter dem Schweißhelm getragen. 

Achten Sie darauf, dass der Schweißhelm optimal und mit wenigen Handgriffen an Ihre Kopfform angepasst werden kann. Gerade, wenn Sie längere Schweißarbeiten durchführen wollen, ist ein gut sitzender Schweißhelm essenziell und verhindert ein Ermüden während der Arbeit. Wollen Sie nach dem Schweißen Schleifarbeiten durchführen, können Sie häufig den helleren GRIND-Modus für Ihren Sichtschutz wählen. Darüber hinaus sollte sich das Visier des Schweißhelms mühelos öffnen lassen, wenn gerade kein Sichtschutz benötigt wird. 

Schweißerhandschuhe – sicher zupacken und gefühlvoll einstellen 

Schweißerhandschuhe schützen beim Schweißen ebenfalls vor Funkenschlag und extremer Hitze. Manchmal bleibt es auch nicht aus, dass Sie ein erhitztes Werkstück nach dem Schweißen anfassen müssen. Mit Schweißhandschuhen ist dies ohne Probleme möglich. In der Regel sind die Handschuhe aus Rindspaltleder gefertigt und mit KEVLAR-Fäden vernäht – beides sind Materialien, die diesen extremen Situationen ohne Probleme standhalten. 

Mit den Schweißhandschuhen müssen Sie nicht nur gefühlvoll den Schweißbrenner bedienen oder die Elektrode am Werkstück entlangführen können, sondern auch immer wieder Einstellungen am Gerät verändern, um bessere Schweißergebnisse zu erzielen. Dafür sind bequeme Schweißerhandschuhe im Fünf-Finger-Design entwickelt worden, die Ihnen eine optimale Bewegungsfreiheit Ihrer Finger gewährleisten. Aber achten Sie schon beim Kauf des Schweißgeräts darauf, dass es mühelos mit Schweißerhandschuhen bedient werden kann, denn Sie werden diese ungern während des Schweißens ausziehen wollen. In der Regel erleichtern große Drehregler und großzügig angeordnete Bedienfelder die Arbeit mit dem Schweißgerät erheblich. 

Häufig müssen nach oder während des Schweißens Nacharbeiten an den Schweißnähten durchgeführt werden. Schlacke muss entfernt werden, um die Güte der Schweißnaht zu überprüfen, oder die Schweißstellen müssen mit einem Kehlnahtschleifer nachpoliert werden. Auch hier sollten Schweißerhandschuhe genügend Bewegungsfreiheit bieten, um alle notwendigen Arbeiten ohne übermäßiges Wechseln der Handschuhe durchführen zu können. 

Schweißerjacke oder Schweißerschürze – auf die Schweißsituation kommt es an 

Mit einer Schweißerjacke schützen Sie beim Schweißen optimal Ihren Oberkörper. Das verwendete Leder – in der Regel Rindspaltleder – sollte dabei hitzebeständig sein und starken Funkenschlag, wie er beispielsweise beim Plasmaschneiden entsteht, widerstehen können. Schweißerjacken bieten einen sehr umfangreichen Schutz. Aber achten Sie darauf, dass die Ärmel durch die Schweißerhandschuhe abgedeckt sind. 

Schweißerjacken sind vor allem bei längeren Schweißarbeiten von Vorteil. Dabei sollte die Jacke genügend Platz bieten, damit Sie beim Schweißen aus verschiedenen Positionen nicht eingeschränkt werden. Klettverschlüsse erleichtern nicht nur das Anziehen der Jacke; sie können auch schnell und bequem geöffnet werden, wenn Sie Werkzeug oder Ersatzteile aus den Innentaschen hervorholen wollen. 

Eine einfache, aber dennoch effektive Alternative zu Schweißerjacken sind Schweißerschürzen. Sie lassen sich schnell überziehen und bieten ausreichend Schutz bei kleineren Schweißarbeiten, bei denen mit weniger Funkenschlag zu rechnen ist. Auch sind sie gerade bei sehr heißen Außentemperaturen deutlich angenehmer zu tragen. 

Schützen Sie die Umwelt 

Neben dem persönlichen Schutz sollten sie auch die Umgebung, in der Sie schweißen, schützen. Passanten, aber auch Mitarbeiter, sind ebenfalls dem grellen Licht, das beim Schweißen entsteht, ausgesetzt. Aber auch starker Funkenschlag kann zu Verbrennungen im Schweißumfeld führen. Prinzipiell gilt, das brennbare und vor allem leicht entzündliche Stoffe vom Schweißplatz ferngehalten werden müssen. 

Für effektiven Umgebungsschutz sorgen Schweißschutzwände, die äußerst mobil mithilfe eines Rahmens aufgestellt werden können, um den Arbeitsplatz zu sichern. Sie bieten großflächigen Schutz und zeichnen sich durch besonders hitze- wie flammenresistente Materialien aus. Der Rahmen ist häufig mit Rädern ausgestattet, damit Sie ihn optimal an den Arbeitsort transportieren und ausrichten können. 

Sorgen Sie für Sicherheit am Arbeitsplatz und nutzen Sie die vorgestellten Schutzvorkehrungen, um sich selbst und andere während des Schweißens zu schützen. Ob Sie ein ALU-Schweißgerät, einen Plasmaschneider oder auch ein Elektroden-Schweißgerät nutzen wollen: Eine Grundausrüstung aus Schweißhelm, Schweißerhandschuhen und mindestens einer Schweißschürze sollte immer fester Bestandteil Ihrer Ausrüstung sein.