Autor: Arthur Schmidt von Happe

MIG oder MAG – aufs Schutzgas kommt es an

Um mit Schutzgas zu schweißen, gibt es unterschiedliche Geräte und unterschiedliche Methoden. Sie können ein WIG-Schweißgerät wählen und mit DC oder AC den Schweißstrom erzeugen oder sich für ein MIG-Schweißgerät entscheiden, bei dem ein Schweißdraht anstatt einer Elektrode zum Schweißen verwendet wird. Aber welches Schweißgerät verwende ich zum MAG-Schweißen? Die Antwort ist einfach: es ist das gleiche Schweißgerät wie für das MIG-Schweißen, nur das Schutzgas müssen Sie zum MAG-Schweißen ändern.

Beim MIG-Schweißen, und dafür steht das „I“ in der Abkürzung MIG, verwenden Sie inerte Gase. Entsprechend steht das „A“ in MAG für aktive Gase, die andere Eigenschaften besitzen und für andere Metalle verwendet werden. Von der Schweißmethode unterscheiden sich MIG und MAG nicht weiter. Für beide Schweißarten benötigen Sie ein Schutzgas, einen Schweißdraht, einen Drahtvorschub und Einstellmöglichkeiten für die Drahtgeschwindigkeit und den Schweißstrom. Deshalb können Sie für beide Schweißmethoden das gleiche Schweißgerät verwenden und müssen nur die Gasflaschen wechseln.

Inerte und aktive Gase

Für das MIG-Schweißen können Sie sehr unterschiedliche inerte Gase wie Argon, Helium, Neon oder Stickstoff verwenden. All diese Gase haben gemeinsam, dass sie aufgrund ihrer chemischen Struktur keine Reaktion mit der Raumluft eingehen und aufgrund ihrer trägen Eigenschaften auch das Werkstück selbst nicht beschädigen. Dadurch sind sie besonders gut geeignet, die Schweißnaht während des Schweißens zu schützen. Deshalb nennt man das Schweißen mit Gas auch Schutzgasschweißen. Inertgase verwendet man, wenn man Edelmetalle oder Aluminium schweißen will. Welches Gas man genau verwendet, hängt häufig von den Kosten ab, die Sie für das Gas aufwenden wollen.

Wenn Sie zum Schweißen aktive Gase verwenden, dann spricht man von MAG-Schweißen. Aktive Gase sind Kohlendioxid oder Gemische aus Kohlendioxid mit inerten Gasen wie Argon. Aktivgase gehen eine Verbindung mit der Raumluft ein, haben aber den Vorteil, dass sie den Lichtbogen stabilisieren. Manchmal kann auch noch zusätzlich Sauerstoff zum Gas hinzugefügt werden, um die Qualität des Lichtbogens zu erhöhen. Die MAG-Schweißmethode verwendet man in der Regel für Stahllegierungen.

Ob Sie nun MIG- oder MAG-Schweißen hängt letztlich vom Metall ab, das Sie schweißen wollen und welches Metall mit welchem Schutzgas am besten verbunden werden kann. Ob Sie dann für das MIG-Schweißen günstiges Argon oder teures Helium verwenden wollen, hängt zunächst sicher vom Preis ab. Das Gleiche gilt für die Gasmischung, die Sie zum MAG-Schweißen verwenden.

Aluminium schweißen

Theoretisch können Sie mit der MIG-Schweißmethode auch Aluminium-Schweißen. Als Schweißdraht benötigen Sie dafür Aluminiumdraht, der zum Schweißbrenner geführt wird. Dafür müsste die Drahtzufuhr teflonbeschichtet sein, da Aludraht einen relativ hohen Widerstand besitzt und die Drahtzufuhr dadurch in der Regel nicht gleichmäßig genug ausgeführt werden kann. Eine Teflonbeschichtung ist aber bei den meisten Standard MIG-Brenner und deren Zuleitungen nicht vorhanden. Bei Aluminium erzielen Sie einfacher und mit weniger Aufwand bessere Schweißergebnisse mit einem WIG-Schweißgerät, das auch Wechselstrom (AC) verwendet. Diese Geräte werden häufig auch Aluminium-Schweißgeräte oder AC DC Schweißgeräte genannt. Bei solchen Schweißgeräten wird ebenfalls Schutzgas verwendet, aber anstatt mit einem Draht wird mit einer Elektrode geschweißt. Bei AC DC Schweißgeräten können Sie etliche Schweißparameter individuell für die Metallart einstellen, die Sie schweißen wollen. Dadurch können Sie optimale Schweißergebnisse erzielen, die nur sehr wenig Nacharbeit erfordern.

Lichtbogenschweißen

Das MIG-Schweißen ist wie die MAG-Schweißmethode ein Lichtbogenschweißverfahren. Dabei wird eine Drahtelektrode unter einer Schutzgasabdeckung abgeschmolzen. Dafür entwickelt der Lichtbogen sehr hohe Temperaturen, die den Draht und das Werkstück schmelzen lassen. Das Gas schützt dabei die Schweißnaht vor dem Einfluss der Atmosphäre aus der direkten Umgebung. Das Schutzgasschweißen mithilfe eines Lichtbogens ermöglicht Schweißarbeiten aus unterschiedlichsten Positionen heraus. Es können dabei sehr dünne Bleche mit einer Materialstärke ab 0,8 mm verbunden werden, aber auch für starke Bleche bis 10 mm werden sehr gute Schweißergebnisse erzielt. Für die Auswahl des Schutzgases ist letztlich, wie schon erwähnt, die Metallart entscheidend.

Schweißen mit Draht

Der Draht, der für das MIG/MAG-Schweißen verwendet wird, ist auf einer Spule gewickelt, die in der Regel im Schweißgerät untergebracht wird. Damit der Draht zum Schweißbrenner gelangt, wird er mit einem Drahtvorschub im Schweißgerät durch das Schlauchpaket geführt. Hochwertige Drahtvorschübe besitzen vier Antriebsrollen, die einen besonders gleichmäßigen Transport des Drahtes gewährleisten. Das ist wichtig, um eine möglichst ausgewogene Schweißnaht zu erzielen. Darüber hinaus kann die Geschwindigkeit des Drahtvorschubs eingestellt werden. Wenn Sie Stahl schweißen wollen, können Sie schneller schweißen als bei den meisten Edelmetallen. Dementsprechend sollte die Geschwindigkeit, mit der der Draht zum Brenner geführt wird, angepasst werden.

Der Schweißdraht sollte in seinem Schmelzpunkt dem Werkstück entsprechen, das Sie schweißen wollen. Sollen unterschiedliche Metalle hintereinander geschweißt werden, muss auch der Schweißdraht entsprechend angepasst werden. Wenn Sie erst Stahl mit der MAG-Schweißmethode geschweißt haben, dann reicht es nicht aus, für eine Kupferverbindung nur das Schutzgas von einem aktiven zu einem inerten Gas zu wechseln, um im MIG-Schweißverfahren weiterzuarbeiten. Da der Wechsel der Drahtspule einen relativen Aufwand bedeutet, könnten Sie in einem solchen Fall auf eine Spool-Gun zurückgreifen, in der ein Kupferdraht zum Schweißen zur Verfügung steht. Dafür müssten Sie nur den Schweißbrenner wechseln und der Schweißdraht würde Ihnen „extern“ zur Verfügung stehen.

Neben dem Schutzgas bestimmt auch das Metall den Draht, den Sie zum Schweißen verwenden sollten. Um unabhängig von einem abschmelzenden Draht zu schweißen, empfiehlt sich das Schweißen mit einer Wolframelektrode. Dabei bildet sich nur ein Lichtbogen, der selbst schmelzende Metalle zum Schmelzen bringt, die Elektrode im Schweißbrenner wird dabei nur zur Bildung des Lichtbogens benötigt, schmilzt aber nicht oder nur minimal. Gegebenenfalls muss noch eine externe Stabelektrode hinzugenommen werden, um eine festere Schweißnaht zu gewährleisten. Das sogenannte WIG-Schweißen, außerhalb Deutschlands auch als TIG-Schweißen bekannt, ist daher in erster Linie von der Art des Gases abhängig und erlaubt dadurch, flexibler auf unterschiedliche Schweißsituationen zu reagieren.

Vorteile des MIG/MAG-Schweißens

Der große Vorteil des MIG- oder MAG-Schweißens ist zum einen eine mit etwas Übung sehr gute Handhabung beim Schweißen und zum anderen die daraus resultierende Schweißgeschwindigkeit. Das kann gerade bei größeren Schweißprojekten ein entscheidender Vorteil sein. Beim WIG-Schweißen wird häufig noch eine zusätzliche, abschmelzende Elektrode verwendet, sodass man beide Hände zum Schweißen verwenden muss. Beim MIG/MAG-Schweißen ist die Elektrode, in dem Fall der Draht, im Schweißbrenner integriert. Sie können nur mit einer Hand jede Schweißposition einnehmen und selbst auf beengten Raum gut schweißen.

STAMOS SCHWEIẞGERÄTE
FÜR ANFÄNGER UND PROFIS

Die Unterscheidung zwischen MIG und MAG liegt nicht in der Handhabung, sondern nur in dem Gas, das Sie für das Schweißen verwenden wollen. Welches Schutzgas die besten Eigenschaften aufweist, hängt dann wiederum vom Metall ab, das Sie schweißen wollen. Bei Stahl empfiehlt sich ein aktives Gas, das mit Sauerstoff angereicht einen besonders stabilen Lichtbogen erzeugt. Die Schweißmethode nennt man in diesem Fall MAG-Schweißen. Wollen Sie ein Edelmetall schweißen, dann sollten Sie ein inertes Gas verwenden. Mit Inertgasen heißt die Schweißmethode MIG. Beide Schweißmethoden können mit demselben Schweißgerät ausgeführt werden.

Um die Mobilität zu erhöhen, empfiehlt sich für MIG/MAG-Schweißgeräte ein Schweißwagen, da Sie immer eine Gasflasche mitführen müssen. Manche Schweißgeräte sind schon mit Rädern und einer Stellfläche für die Gasflasche ausgerüstet, um genau diesem Problem gerecht zu werden. Darüber hinaus sind MIG/MAG-Schweißgeräte äußerst robust, aber auch im Vergleich zu anderen Schweißgeräten eher schwer von ihrer Bauart her. Ein Grund mehr, an eine Möglichkeit wie einen Schweißwagen zu denken, um die Mobilität zu erleichtern. Da bei hohen Amperestärken der Lichtbogen entsprechend hohe Temperaturen entwickelt, benötigen Sie gegebenenfalls noch einen Schweißbrenner mit Wasserkühlung. Leistungsstarke MIG/MAG-Schweißgeräte haben häufig schon eine Wasserkühlung eingebaut. Alternativ kann aber auch eine externe Wasserkühlung für besonders leistungsstarke MIG-MAG-Schweißbrenner genutzt werden.