Autor: Rafał Predko

MIG/MAG- oder Lichtbogenschweißgerät? Welches Schweißgerät sollen Sie wählen?

Das Schweißen ist eine Art Wärmebehandlung von Metall, die darauf abzielt, Metallelemente dauerhaft zu verbinden. Da es jedoch verschiedene Schweißmethoden gibt, sollten Sie die Besonderheiten einzelner Methoden vor Beginn der Schweißarbeiten genau kennenlernen. Es gibt jedoch spezifische Arbeitsbedingungen, die die Anwendung bestimmter Schweißmethode erfordern. Die Auswahl entsprechender Ausrüstung ist auch abhängig von solchen Bedingungen.

Schweißnähte können mit Hilfe von MIG/MAG-, WIG- und Lichtbogenschweißgeräten erzeugt werden. Worum geht es bei den oben erwähnten Schweißmethoden und welche Eigenschaften bieten solche Schweißgeräte? Lass uns nachsehen.

MIG/MAG-Schweißen

Sowohl bei der MIG- als auch bei der MAG-Methode geht es um das Schweißen von Metallen unter Verwendung von Schmelzelektroden und Schutzgasen. Bei der MIG-Methode (Metal Inert Gas) werden inerte Gase wie z. B. Argon oder Helium verwendet. Bei der MAG-Methode hingegen (Metal Active Gas) werden chemisch aktive Gase verwendet, z.B. CO2.

Bei beiden Methoden wird ein spezieller Schweißdraht verwendet. Der Schweißdraht wird auf eine Spule gewickelt und bewegt sich während des Schweißverfahrens aus dem Halter des MIG-Schweißgerätes dank des Vorschubmechanismus. Die geschmolzenen Elemente des Schweißmaterials sowie die Elektrode vermischen sich miteinander und bilden das sogenannte Schmelzbad. Nach dem Entfernen der Elektrode verfestigt sich das Schmelzbad und stellt eine dauerhafte Verbindung in Form einer Schweißnaht her.

Während des Schweißens wird Schutzgas durch die Gasdüse des Schweißbrenners zugeführt. Ihre Aufgabe ist es, die geschmolzenen Materialien vor Witterungseinflüssen zu schützen und den Schweißbrenner zu kühlen.

Trotz der Ähnlichkeiten unterscheiden sich die MIG- und MAG-Schweißmethoden hinsichtlich ihrer Anwendung voneinander. Inertgasschweißen (MIG-Methode) wird zum Verbinden von Kupfer, Aluminium und anderen Nichteisenmetallen sowie deren Legierungen verwendet. Zum Schweißen unter Schutz aktiver Schutzgase (MAG-Methoden) werden dagegen unlegierte, niedriglegierte und hochlegierte Baustähle verwendet. Das MIG/MAG-Schweißen sollte immer in Innenräumen erfolgen.

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Lichtbogenschweißen

Beim Lichtbogenschweißen sieht die Situation völlig anders aus. Bei diesem Verfahren wird die sogenannte abschmelzende Elektrode verwendet. Unter dem Einfluss von Wärme (bis zu 6000 K), die durch den zwischen dem Kern der Elektrode und dem geschweißten Metall glühenden Lichtbogen entsteht, schmelzen die Elektrode sowie die Kanten des verbundenen Materials miteinander und bilden ein Schmelzbad, das sich nach dem Erstarren in eine dauerhafte Schweißnaht verwandelt. Bei einer solchen Schweißnaht kann der Prozentsatz des Ausgangsmaterial zwischen 10 und 40 % liegen.

Darüber hinaus enthält eine solche Schweißnaht auch die metallischen Komponenten der Elektrodenumhüllung, die eine Abschirmfunktion bietet. Gase und flüssige Schlacke, die durch Zersetzung unter Wärmeeinfluss entstehen, schützen den Lichtbogen vor Witterungseinflüssen. Abhängig vom Elektrodentyp können Kohlenstoffoxide, Kohlenstoffdioxid oder Wasserstoff bei der chemischen Zusammensetzung der Elektrodenumhüllung vorhanden sein.

Die beschichtete Elektrode wird vom Schweißer manuell entlang der Schweißlinie bewegt und unter einem bestimmten  Winkel positioniert. In diesem Fall kann der Schweißlichtbogen mit Wechselstrom oder mit Gleichstrom mit negativer oder positiver Polarität versorgt werden.

Die Zündung des Schweißlichtbogens triff auf, wenn das Ende der Elektrode mit dem verbundenen Metall zusammengeschmolzen wird. Eine andere Lichtbogenzündungsmethode besteht darin, die Elektrodenspitze zu schwenken, während das zu schweißende Material gerieben wird.

Beim Lichtbogenschweißen sollte der Lichtbogen vor dem tatsächlichen Schweißpunkt angezündet werden. Der Abstand zwischen dem Zündungspunkt des Lichtbogens und dem tatsächlichen geplanten Startpunkt der Schweißarbeiten sollte ca. 10 mm betragen. Stabilisiert sich der Lichtbogen, kann man mit der eigentlichen Bearbeitung beginnen, indem man die Elektrode an dem Punkt platzieren, an dem man mit den Schweißarbeiten beginnen möchte.

Ein solcher Schweißverfahren ist bei weitem die älteste und beliebteste Methode. Es ist sowohl in der Industrie als auch von Schweißamateuren sehr beliebt. Diese Methode ermöglicht das Schweißen in allen möglichen Positionen. So funktioniert es an schwer zugänglichen Stellen.

Dank der Verfügbarkeit einer breiten Reihe von Elektroden können Sie außerdem verschiedene Materialien kombinieren, z.B. legierte und unlegierte Stähle, Gusseisen, Nickel oder Kupfer. Es ist erwähnenswert, dass man sowohl dicke als auch dünne Materialien mit Hilfe von dieser Methode effektiv verbinden kann. Das Schweißen kann sowohl drinnen als auch draußen erfolgen.   

Was sind die Unterschiede zwischen den MIG/MAG- und Lichtbogenschweißgeräten?

Kennt man die wichtigsten Schweißmethoden, lohnt es sich auch, einen Blick auf die Schweißgeräte zu werfen. Die Auswahl der richtigen Schweißgeräte ist abhängig von der Schweißmethode, wofür man sich entscheidet. Diese unterscheiden sich deutlich voneinander.

Das für ein MIG/MAG-Schweißgerät typische Grundelement ist der Schutzgasanschluss. Der daran angebrachte Gasschlauch ist mit dem entsprechenden Gas an eine Gasflasche angeschlossen. Während der Verarbeitung fließt das Gas aus der Düse des Schweißbrenners und schützt so vor Witterungseinflüssen. Lichtbogenschweißgeräte erfordern keine Gasanschlüsse, da das Gas, das beim Schmelzen der bei diesem Verfahren verwendeten umhüllten Elektrode freigesetzt wird, gewährleistet die Abschirmung gegen äußere Faktoren.

Der zweite Unterschied ist die Schweißpistole selbst. MIG/MAG-Schweißgeräte, die Gebrauch von Drahtelektroden machen, verfügen über einen Halter mit einem Drahtvorschub, der die Drahtspule automatisch abwickelt und sie auf der gleichen Länge hinsichtlich des verbundenen Materials hält. Das Schweißkabel eines Lichtbogenschweißgerätes verfügt dagegen über ein Leitungsende in Form eines Halters mit einer Klemme, in der die umhüllte Elektrode angebracht ist.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Verfügbarkeit bestimmter Funktionen. Da sowohl das MIG/MAG- als auch das Lichtbogenschweißverfahren nach unterschiedlichen Prinzipien und unter Verwendung unterschiedlicher Elektrodenarten durchgeführt werden, verfugen die für jede Verfahrensweise geeigneten Geräte auch über unterschiedliche Funktionen. Die für Lichtbogenschweißgeräte typische „HOT START” Funktion, die ein schnelles Anzünden ermöglicht und verhindert, dass die Schweißnaht am Material haftet, ist ein hervorragendes Beispiel solcher gerätespezifischer Funktion. Es sollte hinzugefügt werden, dass es auch multifunktionale Geräte gibt, die die Merkmale von MIG/MAG- und Lichtbogenschweißgeräten kombinieren.

MIG/MAG- oder Lichtbogenschweißgerät? Welches soll ich kaufen? Zusammenfassung

Wie Sie sehen können, gibt es bestimmte Bedingungen, unter denen Schweißmethoden ausgewählt werden sollten. Wir sprechen hier nicht nur über die Materialien. Bei Arbeiten im Freien können Sie problemlos mit Hilfe von Lichtbogenschweißgeräten schweißen. Solche Geräte funktionieren auch hervorragend bei Arbeiten in Innenräumen. Das MIG/MAG-Schweißverfahren kann jedoch nur in geschlossenen Räumen durchgeführt werden. Der Grund dafür liegt darin, dass man bei solcher Methode Schutzgase verwendet, die sich als unwirksamer Schutz unter dem Einfluss von Wind erweisen könnten.

Das Gerät muss an die ausgewählte Schweißmethode angepasst werden. So kann man ein MIG/MAG-Gerät erwerben, die an eine Gasflasche leicht angeschlossen werden können. Dies ermöglicht es Ihnen, Materialien mithilfe einer Elektrode in Form eines Schweißdrahtes zu verbinden. So kann man auch mit einer umhüllten Elektrode schweißen, die an ein Lichtbogenschweißgerät angeschlossen werden kann.